Was ist Forschungsdatenmanagement?

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Unter dem Management von Daten versteht man alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass solche Daten nutzbar sind und bleiben. Damit dies erfolgreich und nachhaltig ist, muss das Management als integraler Teil von Forschungsprozessen etabliert werden und ein natürlicher Bestandteil der alltäglichen Forschungsabläufe von Wissenschaftler*innen sein, damit sie den Lebenszyklus ihrer Forschungsdaten aktiv und bewusst gestalten können.

In der Toolbox steht Ihnen eine Serie von Informationen zu Forschungsdatenmanagement zu Verfügung, mit Themen wie zum Beispiel:

  1. Checkliste für einen Datenmanagementplan (DMP)
  2. Der Unterschied zwischen Speichern und Langzeitarchivierung
  3. Das Hilfstool DMP online
  4. Kurz-Quiz zur Ermittlung des FDM-Aufwand eines Forschungsvorhabens
  5. Wieso teilt man eigentlich Daten?
  6. Datenschutz 

 

Das Erstellen eines Datenmanagementplans sieht vielleicht auf ersten Blick nach einem zeitintensiven Mehraufwand aus, bietet aber viele Vorteile:

  • Bestimmte Förderquellen (bspw. ERC Horizon2020) stehen nur Projekten zur Verfügung, die einen Datenmanagementplan vorweisen können.
  • Mögliche weitere Förderungsbedingungen zum Umgang mit Forschungsdaten werden durch ein professionelles FDM bereits abgedeckt.
  • Doppelte Arbeiten (z. B. erneute aufwendige Einarbeitung in die Daten) werden durch eine geeignete Dokumentation und Aufbereitung der Daten vermieden.
  • Falls die Daten während des Gutachtenprozesses angefragt werden, sind diese durch das Management der Daten bereits dafür vorbereitet.
  • Professionell standardisierte FDM-Prozesse verringern den zukünftigen Aufwand bei einer eigenen oder fremden Nachnutzung der Daten.
  • Das Risiko eines Datenverlusts wird durch Forschungsdatenmanagementsmaßnahmen wie Datendokumentation, Datensicherung und eine geeignete Langzeitarchivierung minimiert.

 

Schutz vertraulicher Informationen in Repositorien

Wenn Forschung die Gewinnung personenbezogener Daten beinhaltet, wird von Forschenden erwartet ethische Standards wie sie von professionellen Fachgremien, Einrichtungen und Förderorganisationen empfohlen werden sowohl während der Forschung als auch bei der gemeinsamen Nutzung von Daten einzuhalten.

Durch die Nutzung von Datenzentren oder auch Archiven ist es möglich, den Zugriff auf vertrauliche und sensible Daten zu beschränken und zugleich eine Datenfreigabe für Forschungs- und Bildungszwecke zu ermöglichen. Die in Datenzentren und Archiven gehaltenen Daten sind im Allgemeinen nicht öffentlich zugänglich. Ihre Verwendung nach der Benutzerregistrierung ist auf bestimmte Zwecke beschränkt. Nutzer unterzeichnen eine Endbenutzer-Lizenz, in der sie sich mit bestimmten Bedingungen einverstanden erklären, z. B. Daten nicht zu kommerziellen Zwecken zu nutzen oder potenziell identifizierbare Personen nicht zu identifizieren. Welche Art von Datenzugriff erlaubt ist, wird vorher mit dem Urheber festgelegt.

Datenzentren können zusätzliche Zugangsregelungen für vertrauliche Daten verhängen. Dazu zählen:

  • Notwendigkeit einer speziellen Genehmigung vom Urheber für den Zugang zu den Daten.
  • Belegung vertraulicher Daten mit einem Embargo für einen bestimmten Zeitraum.
  • Bereitstellung des Zugangs nur für zugelassene Forscher.
  • Bereitstellung von sicherem Datenzugriff, in dem eine Fernanalyse von vertraulichen Daten durchgeführt werden kann, jedoch die Daten nicht herunterladen werden können.

Überarbeitet von Forschungsdaten.info und dem FDMentor der Humboldt-Universität zu Berlin.

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