Tagungen

Im Zweijahresrhythmus veranstaltet die Vereinigung an den deutschen Instituten für Afrikastudien internationale Fachtagungen. Im Rahmen dieser Tagungen werden aktuelle Fragestellungen der Afrikaforschung aufgegriffen und in Workshops und Diskussionspanels behandelt. Außerdem wird in Plenarveranstaltungen und Round Tables auch immer auf aktuelle tagespolitische Thematiken eingegangen.

 

Berlin 2016

Afrika in einer kapitalistischen Welt

20.-21.07.2016

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Bayreuth 2014

Zukunft Afrika

11.-14. Juni 2014

Die heutigen Bilder von Afrika sind ambivalent: Nach wie vor existiert die Vorstellung vom „ursprünglichen“, zeit- und geschichtslosen und daher auch zukunftslosen Kontinent; was geschichtslos ist, kann auch keine Zukunft haben. Auf der anderen Seite ist das Bild von Afrika als Kontinent der Kriege, Krisen und Katastrophen weit verbreitet, dessen Weg nur in eine apokalyptische Zukunft führen kann.

Zu diesen düsteren Zukunftsaussichten gesellt sich in jüngster Zeit ein anderes Bild: das vom „jungen“ Kontinent oder gar dem „jungen Zukunftskontinent“, dessen demografische und ökonomische Potentiale noch darauf warten, erschlossen zu werden. Bereits in der Phase der Dekolonisation beschworen afrikanische Politiker die Jugend ihrer Länder als die „Zukunft der Nation“. Gemäß diesem Bild ist Afrika eine „Schatzkammer“, nicht nur für weltweit gesuchte Ressourcen wie Öl oder seltene Erden, sondern auch für menschliche Ressourcen und damit auch als Zukunftsmarkt. Afrika wird zudem als „Laboratorium der Zukunft“ bezeichnet, weil es in ethnischer, sozialer oder politischer Hinsicht so vielfältig ist, unerwartete Antworten auf die Herausforderungen der Globalisierung gefunden hat und weil sich dort homogenisierende Tendenzen der Globalisierung nur wenig durchsetzen konnten.

Der VAD-Kongress 2014 in Bayreuth setzt sich multidisziplinär sowohl mit der Ambivalenz dieser Bilder, ihrer Verbreitung und Reichweite, als auch mit ihrer Wirkung auf soziale Entwicklungen auseinander. Daher lautet das Kongressthema: „Zukunft Afrika“.
Thematisiert werden sollen Entwicklungen und Veränderungen, Projektionen, Visionen und Zukunftsvorstellungen, die in je konkreten Konfigurationen in Afrika und über Afrika wirksam sind oder die es im Sinne einer ‚Geschichte der Zukunft‘ waren. Dies schließt auch die Trend- und Zukunftsforschung, die derzeitig weltweit Konjunktur hat, mit ein.

Zukunftsvorstellungen zu Afrika werden sowohl außerhalb des Kontinents als auch dortselbst entwickelt Tatsächlich haben afrikanische Gesellschaften vielfältige, eigenständige Zukunftsentwürfe geschaffen, die keineswegs nur Reaktionen auf oder Aneignungen der skizzierten exotisierenden oder pessimistischen Projektionen von außen sind.
Im Gegenteil existieren in Afrika vielfältige Hoffnungen und Entwürfe einer als besser gedachten Zukunft, wie sie sich etwa in Demokratiebewegungen, in Aufstiegs- und Bildungsbestrebungen oder in den Aufbrüchen von Migrant_innen zeigen. Auch neue oder „neo-traditionale“ politische und kulturelle Ordnungen werden von Hoffnungen auf eine bessere Zukunft getragen. Solche Strömungen können keineswegs ausschließlich als Gegenbewegungen gegen die vom Kolonialismus oktroyierte sozial-politische staatliche Ordnung gefasst werden. Schließlich begleiten Zukunftshoffnungen die am schnellsten wachsende Urbanisierung der Welt.

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Köln 2012

Embattled Spaces – Contested Orders/ Umkämpfte Räume – Umstrittene Ordnungen

30. Mai - 2. Juni 2012

Transnationale Vernetzungen, aber auch partielle Abkoppelungsprozesse in einzelnen Regionen, generieren neue Auseinandersetzungen um die Besetzung und Gestaltung von physischen, normativen und medial-virtuell konstruierten Räumen in Afrika.

Konflikte um geschützte Areale, um natürliche Ressourcen und daran gekoppelte Landreformen, aber auch um „Tradition“ und „Kultur“ als ökonomische Ressourcen und Quellen lokaler Normativität dominieren öffentliche Debatten und Entwicklungsdiskurse.

Afrikanische Politiker, Künstler und Journalisten konstatieren ebenso wie die Bewohner ländlicher Regionen, städtischer Armutsviertel oder elitärer urbaner Ghettos Konflikte um Räume. Letzterer scheint durch intensive mediale Vernetzung deutlich verstärkt worden zu sein, Medien werden aber auch zunehmend genutzt, um diesen Verlust zu kompensieren. Zugleich ist die Medienlandschaft tiefgreifenden Änderungen unterworfen. Gegenwärtige Prozesse der ökonomischen und kulturellen Globalisierung und der rasanten Urbanisierung sowie die damit einhergehenden Diskurse und gewaltsamen Konflikte greifen ältere Auseinandersetzungen auf, die bereits in der vorkolonialen und kolonialen Vergangenheit stattfanden. Sie fügen diesen aber auch historisch spezifische Aspekte und Formen der Darstellung und Aushandlung von Konflikten hinzu.

Die Tagung möchte diese gegenwärtigen und historisch verankerten Prozesse anhand von vier thematischen Blöcken beleuchten:

  • Commoditising Space – Indigenising Land -
  • Contested Environments – Negotiating Spatiality and Resources
  • (De-) Legitimised Orders – New Models of Governance/ Alternative Moralities
  • Language and Media – Signification and Representations

Die Konferenz wird sich u.a. auch den aktuellen Entwicklungen des unter „Arabischer Frühling“ zusammengefaßten Phänomens der Demokratisierungsprozesse in Nordafrika widmen. Hierzu sollen sowohl Akademiker als auch Aktivisten eingeladen werden, um die Entwicklungen so umfassend wie möglich zu diskutieren.

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Mainz 2010

Kontinuitäten und Brüche: 50 Jahre Unabhängigkeit in Afrika

Seit 1960 hat sich die Situation des Kontinents tiefgreifend verändert: Die Bilanzen und Rückschauen werden der  Komplexität dieser Entwicklung allerdings oft nicht gerecht. Zwei Themen,  unter denen wir gelernt haben, Afrika „zu sehen“, dominieren – Demokratie und Entwicklung, bzw. ihre jeweilige Abwesenheit, also Diktatur, Staatsverfall, Bürgerkrieg, Armut, Hunger. Dabei gerät jedoch aus dem Blick, wie umfassend sich der Kontinent in den letzten 50 Jahren verändert hat: nicht nur auf politischem und wirtschaftlichem, sondern auch, und vielleicht sogar in erster Linie, auf gesellschaftlichem und kulturellen Gebiet. Vielschichtige Verdichtungs-, Differenzierungs- und Transformationsprozesse haben dazu geführt, dass afrikanische Gesellschaften heute bedeutend komplexer sind als zur Zeit der Unabhängigkeit.

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mainz
50 Jahre Unabhängigkeit in Afrika

Tagungen der VAD von 1969 – 2008

 

Termin

 Thema

Ort

1969

Probleme und Möglichkeiten interdisziplinärer Zusammenarbeit innerhalb der afrikanistischen Wissenschaften

Marburg/Lahn

1970

Programmatische Schriften zur Afrikanität:
Senghors 'Negro-afrikanische Ästhetik' und die Arusha Deklaration

Borstel bei Winsen/Luhe

1971

Ethnische Minoritäten im Prozess nationaler Integration in Afrika

St. Augustin

1972

Afrikanische Afrikanistik

Arnoldshein

1973

Methoden der afrikanistischen Forschung und Lehre in der Bundesrepublik Deutschland – Eine kritische Bilanz

Hochstetten - Dhaun

1975

Symposium in Erinnerung an Janheinz Jahn

Mainz

1976

Afrikanische Geschichte als Gegenstand der Afrikanistik

Bremen

1979

VAD– Symposium: Das Afrikabild in den bundesdeutschen Medien – und im Festival

Berlin

1982

Ausdifferenzierung der afrikanischen Eliten 20 Jahre nach Erreichung der Unabhängigkeit

Mainz

1984

1884 – 1984: Hundert Jahre Einmischung in Afrika

Hannover

1986

Afrika. Die Krise der Entwicklungspolitik

Berlin

1989

Gegenwartsbewältigung und Zukunftsperspektiven in Afrika

Bremen

1991

Afrika: Überleben in einer ökologisch gefährdeten Umwelt. Gestern – Heute – Morgen

Hamburg

1993

Afrika hilft sich selbst. Prozesse und Institutionen der Selbstorganisation

Mainz

1995

Staat und Gesellschaft: Erosions- und Reformprozesse

Duisburg

1996

Afrika und das Andere – Alterität und Innovation

Berlin

1998

Afrika und die Globalisierung

Bayreuth

2000

Afrika 2000

Leipzig

2002

Afrikas Vielfalt. Das Ende der Monologe?

Hamburg

2004

Africa in Context. Historical and Contemporary Interactions with the World/ Afrika im Kontext: Weltbezüge in Geschichte und Gegenwart

Hannover

2006

Wissen und Wissenschaft in Afrika

Frankfurt a.M.

2008

Grenzen und Übergänge – Frontières et Passages – Frontiers and Passages

Freiburg i.Br./ Basel

 

 

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